Implementierungstudie Schulsozialarbeit im Burgenland

erweiterte Steuerungsgruppe

Regionalmanagement Burgenland beauftragte Anfang 2016 das Department Soziales der FH Burgenland mit der gegenständlichen Studie, um Implementierungsmodelle von Schulsozialarbeit anhand der strukturellen  Anforderungen des gewachsenen burgenländischen Schulsystems sowie der Zielgruppen von Schulsozialarbeit auf ihre Praxistauglichkeit im Feld zu prüfen. Dieser Auftrag gründet nicht zuletzt auf dem Befund, dass Schulsozialarbeit im Burgenland – abgesehen von einer lokalen Initiative und einem Pilotprojekt – ein bislang brachliegendes Feld ist.

Das Forschungsdesign der Implementierungsstudie Schulsozialarbeit ist strukturell „bottom up“ und „top down“ im und um das System Schule und ihre Unterstützungssysteme angelegt. Sie verwendet einen triangulativen Mixed-Methods bzw. Between-Methods-Ansatz. Eine inhaltliche Grundlage für die zu beforschenden und bewertenden Modelle von Schulsozialarbeit bilden neben dem aktuellen Diskurs in der Fachliteratur die Erkenntnisse ein Future-Search mit rund 160 TeilnehmerInnen im Rahmen der „Fachtagung Schulsozialarbeit“. Zudem wurden mehr als 30 ExpertInnen im burgenländischen Schulsystems (Schulaufsicht, Schulleitungen, BeratungslehrerInnen) sowie insbesondere SchulsozialarbeiterInnen in laufenden österreichischen Projekten in den Bundesländern mittels leitfadengestützter Einzelinterviews bzw. Fokusgruppeninterviews  einbezogen. In der primären Zielgruppe der SchülerInnen kommt eine burgenlandweite Onlinebefragung an den Neuen Mittelschulen zum Einsatz.

Sozialräumlich-regionale Aspekte, Chancen, Risken, Wirkungsbreite, bisherige Erfahrungen mit und in psychosozialen Unterstützungssystemen an der Schule sowie Entwicklungsperspektiven bilden den Beschreibungs-und Bewertungshorizont der Planungseinheiten „Standortmodell“, „Regionenmodell“ und „Vernetztes Campusmodell“.

Ausgehend vom einfachen Standortmodell, das mit einem Betreuungsschlüssel von 1:300 insgesamt 39% der NMS-SchülerInnen erreicht und kleinräumige Wirkung erzielt differenzieren die Autoren die Modelle bis zur ersten Ausbaustufe eines „vernetzten Campusmodells“ aus. Dieses Implementierungsmodell von Schulsozialarbeit erreicht 100% der Neuen Mittelschulen und bindet mittelbar insbesondere im Übergang zur NMS auch die Grundschulen im jeweiligen Campus ein.

Die zum jeweiligen Modell antizipierbaren Kosten werden insbesondere in Korrelation mit dem Grad der angestrebten Flächendeckung, dem Betreuungsschlüssel und einer intendierten fachlichen Entwicklungsrichtung prognostiziert. Praktizierte Varianten von Kostendeckungsbeiträgen und Annahmen zum Return on Investment werden dabei ebenfalls angezogen.

Eine quantitative Erhebung in allen 3. und 4. Klassen der Neuen Mittelschulen richtet sich burgenlandweit an rund 3000 zumeist 12-14 jährige SchülerInnen.

Lebensweltorientierte Fragestellungen rund um Lernen, Freizeitgestaltung, persönliche Problemstellungen, Familie, Freundeskreis etc. und diesbezügliche  Erwartungen der Kinder an das schulische Unterstützungssystem zeigen parallel zum gegebenen Nutzungs- und Bekanntheitsgrad regelmäßig schon vorhandener psychosozialer Ressourcen auch Leerstellen auf, die speziell und prioritär in der ersten Phase einer zu implementierende Schulsozialarbeit zu bearbeiten sind. 

Letztlich verdichtet die Studie Ergebnisse des Forschungsprozesses auch in klare Mindestanforderungen an potenzielle Trägerinstitutionen sowie in Empfehlungen hinsichtlich regionale Strukturiertheit sowie der Verankerung schulbehördlicher und sozialarbeiterischer Qualitätssicherung einer Schulsozialarbeit im Burgenland, damit diese im Spannungsfeld von Schulorganisation, Pädagogik, schulsozialarbeiterischer Gemeinwesenarbeit und zunehmender Multiprofessionalität an den Schulen erfolgreich wirken kann.

Projektdauer: 02/2016 - 03/2017

 

Fördergeber, Forschungs- und Kooperationspartner

Fördergeber

Projektpartner

Projektteam

Projektleitung

Wissenschaftliche Mitarbeiter

Pascal Laun

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