Kommunale Wertschöpfungsketten und Ressourcen im Kontext der Pflege- und Betreuungsprävention im Burgenland

Eine Bestandsaufnahme und Handlungsoptionen

Informeller Ressourcenaustausch findet bereits in vielfältiger Weise statt. Auf Grundlage bestehender Privatinitiativen könnte zukünftig ein strukturierter Ausbau des Ressourcenaustausches im Nachbarschaftsnetz implementiert werden. In einigen Regionen konnte durch Projekte bereits der Ressourcenaustausch forciert werden – wie etwa mit dem Projekt Nachbarschaftshilfe PLUS. Potential zur Innovation weist insbesondere der Austausch zwischen dem Pflegeheim als Institution und der älteren Bevölkerung in der Ortschaft auf. Teilweise kommen HeimbewohnerInnen trotz der kleinstrukturierten Heimlandschaft aus einem anderen Ort als dem, in dem sich das Altenheim befindet, und verlieren mit dem Heimeintritt häufig auch ihr soziales Nachbarschaftsnetz. Sie wünschen sich mehr Kontakt zur lokalen älteren Bevölkerung, die noch zu Hause wohnt. In einigen Heimen wird dies von der Leitung mitorganisiert (Spazierfahrten etc.). Zusätzlich würde eine Öffnung der Aktivitäten im Heim für die extramurale ältere Bevölkerung in der Gemeinde diese Interaktion unterstützen. Dafür bräuchte es allerdings – so die Expertinnen – größere Räumlichkeiten, denn häufig müssen für alle Aktivitäten die Tische des Essbereichs zur Seite geräumt werden. 

Insgesamt wurden 19 biografisch bzw. sozialraumorientierte Interviews geführt, die jeweils mit den visuellen Auswertungsmethoden kombiniert wurden (Netzwerkkarten, subjektive Landkarten). In verschiedenen Gemeinden wurden durch Autofotografie Herausforderungen im Alltag älterer Menschen sichtbar gemacht – vor allem die Mobilität betreffend. Zusätzlich wurden Gruppendiskussionen der 6 Workshops in den Bezirken des Burgenlandes in die Auswertung einbezogen. Außerdem eröffneten 7 Interviews mit Expertinnen aus dem Alten- und Pflegebereich eine weitere Perspektive auf die Thematik.

Hinsichtlich der Gründe für die rückgängige Nutzung von Tagesbetreuungseinrichtungen für SeniorInnen im Burgenland trotz des starken Ausbaus wurde auf ExpertInnen-Interviews sowie Gruppeninterviews mit NutzerInnen zurückgegriffen. Diese machen vor allem organisatorische, transport-logistische und monetäre Faktoren dafür verantwortlich. Aufgrund der mangelnden Infrastruktur den öffentlichen Verkehr betreffend sind ältere Menschen auf ihre Angehörigen angewiesen. Zusätzlich werden Ausflüge gemeinsam mit BewohnerInnen und Tagesgästen durchgeführt, um den Austausch zwischen diesen beiden Gruppen zu erhöhen. Näheres zu den Bestrebungen, die Inanspruchnahme der Tagesbetreuung zu erhöhen, findet sich in der Ideenbörse, die die innovativen Praktiken aus dem gesamten Burgenland zusammenführt.

Projektdauer: 01/2015 - 12/2015

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