Studie „Analyse der F&E-Aktivitäten im Burgenland“

Die Studie „Analyse der F&E-Aktivitäten im Burgenland“ wurde von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Forschung Burgenland sowie der Abteilung Information und Kommunikation der Fachhochschule Burgenland im Zeitraum von Dezember 2014 bis August 2015 durchgeführt. Das Burgenland steht mit seiner überwiegend von Klein- und Mittelunternehmen geprägten Wirtschaftsstruktur vor der Herausforderung, hochqualifizierte Arbeitsplätze im Bereich Forschung, Technologie und Innovation (FTI) zu schaffen. Zumal österreichweit mehr als 70 % der Ausgaben für Forschung und experimentelle Entwicklung im Unternehmenssektor geleistet werden, erschwert die niedrige Forschungsquote des Burgenlandes Versuche, entsprechend forschungsintensive Unternehmen im Land zu etablieren. Neben einer Analyse des Status quo von FTI im Burgenland wurde die Methodik hinter der von der Statistik Austria durchgeführten Erhebung über Forschung und experimentelle Entwicklung (F&E) untersucht, um Forschungstätigkeiten im Burgenland durch korrekte Meldungen künftig realitätsgetreu abbilden und dadurch die Gesamtsituation von FTI im Burgenland verbessern zu können.

Zentrale Ergebnisse

Im Zentrum der Studie stand eine quantitative Unternehmensbefragung mit dem Ziel, die Beiträge der burgenländischen Unternehmenslandschaft zur Forschungsquote zu untersuchen. Zur Erfassung der Gesamtsituation von FTI im Burgenland wurde eine zweistufige qualitative Delphi-Studie unter Unternehmen mit erfahrungsgemäß hohem Forschungsaufwand sowie Interviews in öffentlichen Einrichtungen durchgeführt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die geringe Forschungsquote von 0,75 % im Burgenland aufgrund

1) bürokratischer Hürden bei Projektantrag, –abrechnung und -dokumentation,
2) nicht bekannter Fördermöglichkeiten,
3) unklarer Definition von F&E und
4) der geringen Forschungsleistung in den Sektoren Tourismus und KMU zustande kommt.

Mehr als 80 % der Ausgaben für F&E im Unternehmenssektor sind der Industrie zuzurechnen. Insbesondere leisten Großunternehmen mit einem Anteil von 57 % der Forschungsausgaben den wichtigsten Beitrag zur Forschungsquote des Burgenlandes. KMUs aus dem IT- und Dienstleistungssektor weisen zwar häufig hohe F&E-Intensitäten auf, leisten jedoch nur 15 % der für die Forschungsquote relevanten F&E-Ausgaben (vgl. Abbildung).

Sieben Betriebe gaben Ausgaben für F&E von insgesamt € 2,6 Mio. aus dem Jahr 2011 an, ohne an der Erhebung der Statistik Austria teilgenommen zu haben. Die Berücksichtigung dieses Betrages in die Erhebung 2011 hätte eine geringfügig erhöhte burgenländische Forschungsquote von 0,78 % zur Folge gehabt.

Implikationen für Forschung und Praxis

Aufgrund des hohen Beitrags der Industriebetriebe an der Forschungsquote könnte durch entsprechende Betriebsansiedlungen im Burgenland eine rasche Anhebung der Forschungsquote ermöglicht werden. Dabei wäre abzuwägen, ob durch derartige Maßnahmen bei Berücksichtigung von Klein- und Mittelbetrieben auch das allgemeine Wirtschaftswachstum des Burgenlandes positiv beeinflusst würde. Da die Forschungsquote lediglich als Inputkennzahl betrachtet werden sollte, wäre der Fokus auf eine wachsende Produktivität im Burgenland zu setzten und vorhandene Klein- und Mittelbetriebe entsprechend zu begleiten. Dadurch könnten diese mittelfristig für Forschungstätigkeiten aufgebaut werden und die Forschungsquote auch nachhaltig verbessert werden. Betriebe, die aus verschiedenen Gründen noch keine Forschungsprämie beantragen haben, sind dementsprechend zu sensibilisieren und so zu verstärkter Forschungstätigkeit zu motivieren.

Fördergeber

Projektmitarbeiter und Projektleiter

Projektleiter

Projektmitarbeiter

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