„Zwischen hoher Zufriedenheit, Bewusstseinsbildung, Informationsdefiziten und regionalen Unterschieden“ Familie & Beruf im Burgenland

Im Fokus dieser empirischen Studie stand die Frage nach der „Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Burgenland“. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie sind durchaus divers und können in vier große Themenstränge zusammengefasst werden, die sich auch im Titel widerspiegeln: Zum einen sind die BurgenländerInnen mit den unterschiedlichen Angeboten der Kinderbetreuung hoch zufrieden. Zum anderen zeigen die Ergebnisse, dass die tradierten Rollenbilder und Wertekonstruktionen im Bewusstsein noch sehr stark vom klassischen Familienideal ausgehen. Trotz zahlreicher formeller Informationskanäle kommen die BurgenländerInnen nicht immer zu den Informationen, die für die sorgfältige Planung in Sachen „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ von Nöten sind. Letztlich zeigen sich bei den Praktiken und realen Rahmenbedingungen regionale Unterschiede innerhalb des Burgenlandes, die auch unterschiedliche Strategien erfordern. In weiterer Folge werden die Ergebnisse kurz zusammengefasst und dargestellt. 

Sichtbar wurde aber auch, – ähnlich der Gestaltung von Pflegeverhältnissen (Luimpöck/Wallner/Fürst, 2015) sowie beim Arbeitsmarkteinstieg von Flüchtlingen (Luimpöck/Fürst, 2015) – dass familiären Netzwerken und sozialen Nahräumen eine tragende Rolle in der Kinderbetreuung zukommt. So spielen Großeltern sowie Schwiegereltern eine wesentliche Rolle, werden aber selten als verlässliche, immer verfügbare und zeitlich unbegrenzte „Reserve“ eingesetzt, da Eltern sich der Unbeständigkeit dieses Angebots bewusst sind, etwa bei Vorliegen von Krankheit. Der Fall, dass Eltern die Großeltern ihrer Kinder als Betreuungsressource nützen, die das institutionelle Betreuungsangebot einer Krippe vollständig ersetzt, fand sich nur in einer Gemeinde, wo aufgrund eines echten Engpasses im örtlichen Kindergarten letztlich die Entscheidung fiel, das Kind für die Dauer von 6 Monaten bei der Schwiegermutter unterzubringen. Die Relevanz der familialen Netzwerke ist hoch, aber als belastbare und verlässliche Ressource, die die institutionelle Betreuung ersetzen kann, jedoch überschätzt, sondern eher notwendiges Zusatzangebot.

Eine Erkenntnis, die sich letztlich wie ein roter Faden durch die gesamte Studie zieht, ist dass landesweit geltenden Normen und Richtlinien im Bereich der Kinderbetreuung und den damit verbundenen Fragen in den jeweiligen Kommunen und Regionen unterschiedlich gelebt werden. Das macht die Planung gerade in den zentralen Fragen im Kontext „Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf“ für viele Eltern schwierig. Hier kulminieren drei von den vier o.g. identifizierten Themensträngen, nämlich Informationsdefizite, Bewusstseinsbildung und regionale Unterschiede und konstruieren oft zufällig die Rahmenbedingungen, z.B. für die Kinderbetreuung als wesentliche Grundlage der „Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf“.

Projektdauer:10/2015 - 02/2016

 

Fördergeber

Projektteam

Projektleitung

  • Prof.(FH) Mag.(FH) Dr. Roland  Fürst, DSA
    , Departmentleitung, Studiengangsleitung,
    Soziales
    Telefon: +43 5 7705-4420
    E-Mail: roland.fuerst@fh-burgenland.at
  • Wissenschaftliche Mitarbeiter

  • Mag. Sabrina  Luimpöck
    , wissenschaftliche/r MitarbeiterIn
    Soziales
    Telefon: +43 5 7705-4430
    E-Mail: Sabrina.Luimpoeck@fh-burgenland.at
  • Privatdoz. FH-Prof. Mag. Dr. Manuela  Brandstetter, DSA
    , HochschullehrerIn, Kollegiumsmitglied,
    Soziales
    Telefon: +43 5 7705-4434
    E-Mail: Manuela.Brandstetter@fh-burgenland.at
  • Marlies  Wallner, BA MA
    , wissenschaftliche/r MitarbeiterIn
    Soziales
    Telefon: +43 5 7705-4433
    E-Mail: marlies.wallner@fh-burgenland.at
  • Pascal Laun

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